A DESIRE NAMED HOMEMADE

wilder Fenchel

 

Eine Recherchereise in das kulinarische Gedächtnis der Bay Area, Kalifornien, USA

mit öffentlichen Präsentationen in USA (2012) und BRD (2012/13)

Herkunft, Lebensbedingungen, Mentalität, Traditionen, das Typische einer Region bildet sich auf dem Speisezettel seiner Bevölkerung ab. Bisher jedenfalls. Das Verschwinden dieses Wissens, der Verlust der ältesten Kulturtechnik Kochen ist in vollem Gange. Weite Kreise haben bereits die Verantwortung für ihr Überleben an die Nahrungsmittelindustrie und die (System)Gastronomie delegiert.

Der gesundheitliche und medizinische Aspekt dieses Wandels wird inzwischen in der Gesellschaft verhandelt und bearbeitet, der kulturelle, anthropologische Aspekt bleibt weit gehend unbeachtet.

Ich habe mir für mein inzwischen drittes Feldforschungsprojekt zu Geschmackserinnerungen und vorindustrieller traditioneller Küche die Bay Area rund um San Francisco, Kalifornien vorgenommen: weite Bereiche  unserer  Ernährung und Esskultur haben wir seit 1945 aus den USA übernommen und stellen sie gerade in Frage. Von daher ist die Suche nach dem Geschmack einer Region, die immer noch zu unseren Sehnsuchtsorten gehört, ein wichtiger Baustein in der Materialsammlung des kulinarischen Gedächtnisses.

 Auslöser war eine Einladung als Artist in Residence der HEADLANDS CENTER OF THE ARTS, Sausalito im Frühjahr 2011. Im März und April 2011 wurden in San Francisco und Umgebung mit den Recherchen begonnen und mit Unterstützung der HEADLANDS inzwischen mit verschiedenen Institutionen, ethnischen Gruppen, Künstlern und Galerien, Lebensmittelproduzenten und Bio-Farmern vor Ort vernetzt.