DAS DREIFACHE RICHTEN ZWISCHEN INNEN UND AUSSEN

 Quittenschnaps

 Grüne Bohnen mit Granatapfelsauce

 Heilbutt in der Papierhülle gegart mit römische Dillsauce

 Tscholent mit Salzgurken (Schafsjoghurt)

 Schokoladenparfait, Zabaione, Mandelkrokant

 

Jede Kultur hat ihre Speisen die sie für nicht erlaubt betrachtet.

Es gibt unterschiedliche Gründe für Verbote, Tabus oder Meidung für bestimmte Speisen

 

1. Der Umgang mit hochprozentigem Alkohol ist in unserer Gesellschaft ein ungeschriebenes Gesetz :  Man trinkt ihn nicht am Morgen, nicht zu Beginn eines Essens. Der Schnaps wird als Abschluß von Ereignissen genossen. Hier wird ein Schnaps zum Anfang des Menüs gereicht, eine in Ungarn immer noch verbreitete Umgang mit Alkohol.

2. In der Bibel ist es das erste Verbot: die Früchte der „Erkenntnis“ zu essen. Als Zeichen dafür wird ein libanesisches Gericht mit Granatapfel serviert.

3. Fisch spielt in der christlichen Tradition eine wichtige Rolle beim Fasten, dort symbolisiert er die Abkehr von weltlichen Dingen und von der „fleischlichen“ Lust.  In der römischen Tradition wurde dagegen Fisch als ein Mahl zu Ehren der Venus - Göttin der Liebe - gegessen. Der Fisch wird mit eine römischen Sauce nach einem Rezept von Apicius, serviert.

4. Der Sabbat verbietet am Samstag jede Form von Arbeit, so auch das Feuermachen. Um trotzdem eine warme Speise zu haben, erfinden die Juden ein Gericht „Tscholent“, das über Nacht bei sehr milder Hitze gart. Bohnen mit geräucherten Gänsekeulen, dazu Salzgurken, werden koscher serviert. Jeder kann entscheiden, ob er eines  der wichtigsten Verbote der jüdischen Küche übertreten möchte und das Fleisch mit einem Milchprodukt (Schafsjoghurt) ißt. 

5. Der Glaube an die Wissenschaft, ihre wechselnden Erkenntnisse über die gesunde Ernährung und das Diktat des schlanken Körpers in unserer Gesellschaft sind das Thema für den letzten Gang, das Dessert: Viel Zucker, Sahne, Eier, Schokolade ist eigentlich für gesunde Ernährung „verboten“, wird aber gerne gegessen.